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127 Studia Iuridica Auctoritate Universitatis Pecs Publicata 87 (2001)
Das Tripartitum von Istvan Werboczy als Rechtquelle Bermekungen zur Rechtsquellenlehre in der Europaischen Rechtsgeschichte

handle is hein.journals/studia127 and id is 87 raw text is: GABOR HAMZA

Das Tripartitum von IstwAn Werb6czy als Rechtsquelle
Bemerkungen zur Rechtsquellenlehre in der europdischen
Rechtsgeschichte
Die Analyse des Gewohnheitsrechts und der Rechtsgewohnheiten ist in den letzten
Jahren in der internationalen Forschung immer mehr in den Vordergrund geriickt.'
Innerhalb der europ~iischen verfassungs- und privatrechtsgeschichtlichen Forschungen
hat die Untersuchung der consuetudo und ihrer schriftlichen Erfassung immer mehr
an Gewicht gewonnen.2
Es ist kaum notwendig zu betonen, wie wichtig die vergleichende Rechtswissenschaft
beziehungsweise die durch sie entwickelte Forschungsmethode auch ffir dieses For-
schungsgebiet ist, wenn sic auch den historischen Aspekten Rechnung triigt. Hierbei
mifite in einer historisch-rechtsvergleichenden Studie aufier den kontinentalen Rechts-
systemen auch das angelsichsische bzw. englische Recht miteinbezogen werden. Die
Erforschung des common law wiirde einen wichtigen Teilbereich einer umfassenden
vergleichenden Analyse darstellen.' Das Aufzeigen des quid commune und des quid
diversum kann mit Hilfe des historischen Rechtsvergleichs ein genaues Bild fiber die
tatsichliche Rolle des Gewohnheitsrechts, der Rechtsgewohnheiten und der darauf
basierenden Rechtsbiicher beziehungsweise Rechtssammlungen in dem jeweiligen
nationalen Rechtssystem geben.
Nach Ansicht des Verfassers ist die Erschliefiung dieses Themenbereichs mit der ge-
nauen Analyse des im nicht-rbmischen Sinn gebrauchten Richterrechts, des sogenann-
ten judge made law, eng verbunden. Dieses wirft nimlich die Frage nach der eigentli-
chen Funktion des Richters bei der Rechtsschipfung auf. Innerhalb dieses
1 An einer Theorie des Gewohnheitsrechts arbeiteten Anfang des 19. Jahrhunderts K. H. L. Volkmar,
Beytrige zur Theorie des Gewohnheitsrechtes. Braunschweig/Helmstidt 1806; C. C. W. KI6tzer, Versuch ei-
nes Beytrigs zur Revision der Theorie zum Gewohnheitsrecht. Jena 1813.
2 In diesem Zusammenhang sei auf die 1992 herausgegebene Aufsatzsammlung Gewohnheitsrecht und
Rechtsgewohnheiten im Mittelalter, die als sechster Band der Reihe Schriften zur Europiiischen Rechts- und
Verfassungsgeschichte in der Redaktion von R. Schulze, E. Wadle und R. Zimmermann bei Duncker &
Humblot, Berlin, erschienen ist. Die Erforschung der consuetudo gewinnt auch in Arbeiten fiber das kanoni-
sche Recht immer grdfiere Bedeutung.
I R. H. Helmholz, Continental Law and Common Law: Historical Strangers or Companions? In: Duke Law
Journal 1990,1207 ff.

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